Tag: Sheddächer

  • Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf Gewerbedächern in Deutschland (Stand 2025/26)

    Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik auf Gewerbedächern in Deutschland (Stand 2025/26)

    Die Nutzung von Photovoltaik auf Gewerbedächern gehört zu den wirtschaftlich attraktivsten Wegen, um Stromkosten zu reduzieren, die betriebliche Energieversorgung zu stabilisieren und gleichzeitig CO₂-Emissionen zu senken. Die Entwicklung auf dem deutschen PV-Markt hat in den letzten Jahren zu sinkenden Kosten und steigender Kapazität geführt. In diesem Artikel betrachten wir aktuelle Daten, Kostenentwicklungen, Wirtschaftlichkeitskennzahlen und politische Rahmenbedingungen für Gewerbebetriebe.

    Markt und Entwicklung

    Deutschland ist weiterhin ein großes PV-Land: Im Jahr 2025 wurden laut dem Solarverband etwa 17,5 GW neue PV-Kapazität installiert. Davon entfielen rund 3,7 GW auf große Dachsysteme, also Gewerbeanlagen über 30 kW.  

    Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Ausbau nicht nur im privaten Bereich, sondern auch im kommerziellen Segment weiter stark ist. 

     

    (Photovoltaik-Zubau im 2025) 

    Preise und Stromgestehung

    Ein zentraler Faktor für die Wirtschaftlichkeit ist der Preis pro erzeugter Kilowattstunde (kWh): 

    • In aktuellen Dach-PV-Ausschreibungen der Bundesnetzagentur für Projekte über 1 MW lagen die gebotenen Strompreise zwischen etwa 7,90 ct/kWh und 9,69 ct/kWh. Der mengenmäßig gewichtete Durchschnitt lag bei rund 9,10 ct/kWh im Februar-Tender 2025 (mehr dazu) 
    • Auch frühere Runden zeigten ähnliche Preisbereiche, was den Trend zu günstigem Strom bestätigt. 

     

    Diese Werte gelten als Indikator für Stromgestehungskosten großer Gewerbe-PV-Projekte, also was ein Betreiber über die Laufzeit durchschnittlich pro kWh bezahlt und über Ausschreibungen realisiert. 

    Weiter ist der «Eigenverbrauch», also der vor Ort verbrauchte Anteil des produzierten Solarstroms entscheidend für die Wirtschaftlichkeit. Je höher der Anteil, des Eigenverbrauchs ist, desto weniger Strom muss über das öffentliche Stromnetz beschafft werden und entsprechend profitieren Stromverbrauchende von tiefen Gestehungskosten. 
     

    In der Vergangenheit konnte der nicht eigenverbrauchte Strom zu sicheren Preisen ins Netz verkauft werden. Das ist heute viel schwieriger geworden, trotz staatlich gesicherter Preise in den PV-Ausschreibungen. Der Grund liegt darin, dass diese Preise nur bezahlt werden, wenn keine «negativen Preise», also ein Überschuss an Stromproduktion gegenüber dem Stromverbrauch, vorliegen im Moment der Einspeisung.  

    Aus den oben genannten Gründen (Eigenverbrauch erhöhen, Einspeisung bei «Negativ-Stunden» vermeiden) sind Batteriespeichersysteme sehr wichtig geworden.  

    Investitionskosten

    Die Anschaffungskosten von PV-Anlagen sind in Deutschland im Jahr 2025 spürbar gesunken. Für Dachanlagen gelten grobe Orientierungswerte aus Marktreports: 

    • In Deutschland liegen typische PV-Preise für Module und Installation (ohne Speicher) derzeit bei etwa 700 bis 1000 €/kWp – abhängig von Dachstruktur, Größe und Installationsaufwand. 
    • Umgerechnet auf die Dachfläche bedeutet das ca. 150 – 200 €/m2
       

    Diese Preise gelten sowohl für private als auch für gewerbliche Dachanlagen-Installationen, mit potenziell günstigeren Angeboten bei größeren Gewerbeprojekten. Entscheidend für die Gesamtkosten sind nicht nur die Material- und Installationskosten auf dem Dach, sondern in bessonderem Masse auch die elektrischen Anschlusskosten bzw. -möglichkeiten ans elektrische Netz.  

    Bei einigen Netzbetreibern in Deutschland verzögert sich der Anschluss von neuen Anlagen stark, weil das Netz bereits an der Belastungsgrenze ist. 

    Wirtschaftliche Effekte für Betriebe

    Ein praktisches Beispiel: Eine Gewerbe-PV-Anlage auf einem Betriebsdach kann durch Eigenverbrauch den Bedarf an teurem Netzstrom reduzieren und Einnahmen durch Einspeisung erzielen. Durch die genannten Stromgestehungskosten im Bereich um 10 ct/kWh sind PV-Anlagen heute in vielen Fällen deutlich günstiger als Strom aus dem Netz, der für Unternehmen häufig 18–25 ct/kWh oder mehr kostet. Das heißt: mit jeder erzeugten Kilowattstunde spart ein Unternehmen reale Ausgaben. 

     

     

     

    Je höher der Eigenverbrauchsanteil (also je mehr Strom direkt im Betrieb genutzt wird), desto stärker fällt der wirtschaftliche Vorteil aus. 

    Mögliche Betreibermodelle

    Die Wahl des geeigneten Betreibermodells für Solaranlagen mit Batteriespeichern ist eine strategische Entscheidung, die Investitionsbedarf, Risikoallokation und internen Ressourcenaufwand massgeblich beeinflusst. Grundsätzlich stehen Unternehmen vor der Wahl zwischen Eigeninvestition und Contracting. 

    Bei der Eigeninvestition liegen Finanzierung, technisches Risiko, Betrieb und langfristige Optimierung vollständig beim Anlagenbetreiber. Dies kann sich bei ausreichenden internen Ressourcen und Risikobereitschaft lohnen, bindet jedoch Kapital und erfordert spezialisiertes Know-how über die gesamte Lebensdauer der Anlage. 

    Contracting hingegen verlagert diese Aufgaben und Risiken auf einen spezialisierten Partner. Planung, Finanzierung, Bau, Betrieb und laufende Optimierung von Photovoltaik- und Batteriespeichersystemen erfolgen aus einer Hand. Darüber hinaus kann der Contractor zusätzliche Einnahmepotenziale erschliessen, etwa durch die Vermarktung von Flexibilitäten und Regelleistung aus Batteriespeichern. Diese Themen greifen tief in die Energiewirtschaft ein und erfordern ausgeprägtes marktliches, regulatorisches und technisches Know-how, das intern oft nicht vorhanden ist. Unternehmen profitieren so nicht nur von lokal produziertem Strom und planbaren Energiepreisen, sondern auch von einer professionellen Nutzung komplexer Energiemärkte – ohne eigenen Aufwand oder zusätzliche Risiken.  

    Herausforderungen und Rahmenbedingungen

    Trotz positiver Kostenentwicklung stehen Unternehmen vor verschiedenen Herausforderungen: 

    • Die Förderlandschaft befindet sich im Wandel: Einige staatliche Unterstützungen, vor allem für kleine Anlagen, wurden 2025 reduziert oder neu bewertet. Das hat in der Branche Debatten über Fördernotwendigkeiten ausgelöst.
    • Zudem müssen Anlagen planungs- und genehmigungsrechtliche Hürden nehmen, etwa statische Prüfungen für Dächer und Netzanschluss-Genehmigungen.  

    Ein weiteres Risiko für Betreiber ist, dass bei stark sinkenden Spotpreisen (teils sogar negative Preise im Tagesmarkt), die Einnahmen aus Einspeisung sinken können; gleichzeitig bleibt der Vorteil der Eigenversorgung bestehen. 

    Fazit

    Auf Basis der neuesten Daten (nicht älter als September 2025) lässt sich festhalten: 

    ✅ PV-Strom auf Gewerbedächern ist heute wirtschaftlich sehr konkurrenzfähig. Leistet ein Unternehmen mehr als 1 MWp PV-Leistung, zeigen Ausschreibungen Strompreise von ca. 8–10 ct/kWh, ein Bereich, der wirtschaftliche Nutzung ermöglicht.  

    ✅ Ein stabiler politischer Rahmen bleibt wichtig, da Förderkürzungen oder politische Unsicherheiten Investitionsentscheidungen beeinflussen können. 

    ✅ Ein Batteriespeicher-System sollte zur PV-Anlage hinzugebaut werden, um Vermarktungsrisiken zu begegnen 

    ✅ Sorgfältig sollte das richtige Betreibermodell gewählt werden 

     

    In Summe zeigen aktuelle Zahlen: Die Wirtschaftlichkeit von PV auf Gewerbedächern in Deutschland ist 2025/26 robust und für viele Unternehmen attraktiv, sowohl aus Kosten- als auch aus Investitionsperspektive. 

     

  • Stromabkommen Schweiz-EU: Bundesrat legt Schwelle für die Grundversorgung fest

    Stromabkommen Schweiz-EU: Bundesrat legt Schwelle für die Grundversorgung fest

    «Der Bundesrat hat am 28. Januar 2026 die Schwelle für die Grundversorgung bei der Umsetzung des Stromabkommens festgelegt. Sie liegt bei einem Stromverbrauch von 50 Megawattstunden pro Jahr und Haushalt oder Verbrauchsstätte. Zusätzlich schafft er die Möglichkeit eines Opt-In (Wahlmöglichkeit) für Kleinstunternehmen mit einem Stromverbrauch zwischen 50 und 100 MWh pro Jahr. Dieses Opt-In ist auf zehn Jahre nach Inkrafttreten des Stromabkommens begrenzt.»
    28.01.2026

    Das ist eine Medienmitteilung des BFE – die darin publizierten Inhalte geben nicht notwendigerweise die Meinung des SRS wieder.

    Bisher können in der Schweiz nur Verbrauchsstätten mit einem Stromverbrauch von über 100 MWh pro Jahr ihren Stromlieferanten frei wählen. Mit dem Stromabkommen erhalten alle Endverbraucher diese Möglichkeit. Kleine Verbraucher mit einem Jahresverbrauch unter 50 MWh (Vernehmlassungsvorlage) können aber in der Grundversorgung mit regulierten Preisen bleiben. Anfang Dezember 2025 hatte der Bundesrat das UVEK in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) beauftragt, ihm bis Ende Januar 2026 Optionen zu unterbreiten, wie auch stromintensive Kleinunternehmen in der Grundversorgung verbleiben können.

    Ausgestaltung der Grundversorgung

    Der Bundesrat ist der Ansicht, dass ein Grundversorgungsregime für Haushalte und Verbrauchsstätten mit unter 50 MWh Jahresverbrauch vorgesehen wird. Stromintensive Kleinstunternehmen können freiwillig teilnehmen. Konkret bedeutet dies:

    Alle Endverbraucher können ihren Stromlieferanten auf dem freien Markt wählen. Haushalte und Verbrauchsstätten mit einem Jahresverbrauch unter 50 MWh können in der Grundversorgung mit regulierten Preisen verbleiben oder in diese zurückkehren. Dies hatte der Bundesrat bereits in der Vernehmlassungsvorlage zum Stromabkommen vorgeschlagen.

    Neu sollen auch Verbrauchsstätten mit einem Jahresverbrauch zwischen 50 MWh und 100 MWh auf Wunsch in der Grundversorgung verbleiben können. Bei der Nutzung dieser Opt-In-Möglichkeit müssen sie darlegen, dass sie sich als Kleinstunternehmen gemäss Artikel 2, Ziffer 6 der EU-Strombinnenmarktrichtlinie qualifizieren. Solche dürfen höchstens zehn Personen beschäftigen und ihr Jahresumsatz bzw. ihre Bilanzsumme dürfen nicht mehr als zwei Millionen Euro betragen. Der Verbleib in der Grundversorgung ist zudem für diese Unternehmen zeitlich begrenzt. Zehn Jahre nach Inkrafttreten des Stromabkommens müssen sie in den freien Markt wechseln.

  • SRS-Lösung für Dächer mit statischen Problemen

    SRS-Lösung für Dächer mit statischen Problemen

    Herausforderung statisch anspruchsvoller Dächer 

    Die Energiewende erfordert flexible Lösungen – nicht nur in der Stromproduktion, sondern auch in der Art und Weise, wie Photovoltaikanlagen auf unterschiedlichsten Gebäuden umgesetzt werden. Eine besondere Herausforderung stellen hierbei Dächer mit beschränkter Tragreserve, also schwieriger «Statik», insbesondere bei grossen Industriedächern.  

    Innerhalb der Dächer mit beschränkter Tragkraft sind insbesondere sogenannte Sheddächer eine Herausforderung, weil nicht durch Reduktion der Kies oder Substratschicht die Auflast reduziert werden kann. Diese Dachform, oft in Industrie- und Gewerbebauten zu finden, zeichnet sich durch ihre charakteristische Sägezahnstruktur aus. Sie erlaubt eine optimale, indirekte Belichtung der Hallen von der Nordseite, stellt Planer und Statiker jedoch vor besondere Anforderungen: Sheddächer sind aufgrund ihrer Bauweise empfindlich gegenüber hohen Zusatzlasten, die über das Eigengewicht der Dachkonstruktion hinausgehen, insbesondere zusätzlich zum Schnee, der nicht vollständig vom Dach abrutschen kann. 

    Die Lösung: Leichtgewicht-Module 

    Um dennoch auf diesen Dächern Photovoltaik zu ermöglichen, setzen wir auf eine Klebe-Lösung von Leichtgewichts-Modulen. Damit können nicht nur Dachdurchdringungen vermieden, sondern auch Auflasten z.B. mit Betonsteinen vermieden werden. Zudem bringen Leichtgewichts-Module nur etwa 3 kg/m² auf die Waage – ein erheblicher Vorteil gegenüber herkömmlichen PV-Modulen mit einem Gewicht von ca. 10.5 bis 13.5 kg (Glas-Folien- bzw. Glas-Glas-Module). PV-Anlagen mit Standardmodulen und Standardmontagesystemen kommen mit Ballastierung auf Zusatz-Dachlasten von rund 15-20 kg/m², mit dem erwähnten Klebesystem und Leichtgewichtsmodulen unterschreiten wir diese Zusatzlast um einen Faktor 3. Damit können auch Dächer genutzt werden, die sonst aufgrund statischer Beschränkungen für Solarprojekte ungeeignet wären. 

    Praxisbeispiel Werk14 

    Bei Werk14 wurde diese Lösung in die Praxis umgesetzt. Insgesamt wurden 565 Leichtgewicht-Module mit je 520 Wp installiert. Durch den Einsatz der leichteren Module und die Klebetechnik konnte die bestehende Dachstatik optimal berücksichtigt werden, ohne dass zusätzliche Ballastierung oder Dachdurchdringungen erforderlich waren.  

    Herausforderungen bei der Montage 

    Die Installation der Photovoltaikanlage war eine hochpräzise und stark witterungsabhängige Aufgabe. Da das eingesetzte Verklebungsverfahren sensibel auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit reagiert, erstreckte sich die Montage über einen Zeitraum von rund eineinhalb Monaten. Ein zentraler Erfolgsfaktor war die Auswahl des richtigen Klebers: Nur mit einer optimal abgestimmten Materiallösung lässt sich ein langfristig zuverlässiger und wartungsarmer Betrieb der PV-Anlage über mehr als 20 Jahre sicherstellen. Das Projektteam testete daher verschiedene Klebesysteme intensiv – das Langzeitverhalten wird weiterhin systematisch beobachtet. 

    Besonders wichtig war uns, dass die Solarmodule nicht direkt auf die Dachfolie geklebt wurden. Stattdessen kamen speziell entwickelte Schienen zum Einsatz, die auf der Dachfolie befestigt wurden, während die PV-Module anschliessend auf diese Schienen verklebt wurden. Dieses Konstruktionsprinzip ermöglicht eine kontrollierte Hinterlüftung der Module, reduziert die thermische Belastung der Dachabdichtung und trägt wesentlich zur langen Lebensdauer der gesamten Dach- und PV-Konstruktion bei. Gleichzeitig erlaubt es ein vereinfachtes Entfernen einzelner Module im Falle von Defekten – ein entscheidender Vorteil für den nachhaltigen Betrieb von Photovoltaikanlagen auf Industrie- und Gewerbedächern mit geringer Traglast. Wir sind gespannt auf die langfristigen Ergebnisse dieser Lösung. 

    Ergebnis und Kundenzufriedenheit 

    Das Ergebnis überzeugt bisher: Die Anlage erfüllt alle Erwartungen, sowohl technisch als auch optisch. Auch unser Partner und Gebäudebesitzer ist mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Leichtgewicht-Module ermöglichen so eine nachhaltige und effiziente Stromproduktion auf Dächern, die sonst für Photovoltaik unzugänglich gewesen wären.

                   Sascha Meier, Geschäftsführer werk14 

    Flexibilität, Innovation und Zukunftsperspektiven 

    Dieses Projekt verdeutlicht, dass moderne Photovoltaik nicht nur auf Effizienz setzt, sondern auch Flexibilität, Innovation und langfristige Zuverlässigkeit vereint. Für Planer, Eigentümer und Unternehmen eröffnen Leichtgewicht-Module und Klebetechnik neue Perspektiven: Komplexe Dachstrukturen, bisherige Einschränkungen durch Statik oder vorhandene Gebäude können nun für erneuerbare Energie nutzbar gemacht werden. 

    Wer mehr über solche innovativen Lösungen erfahren möchte und sehen will, wie nachhaltige Energie auch auf anspruchsvollen Gebäuden effizient umgesetzt werden kann, findet weitere Informationen bei Swiss Renewable Solutions. 

    Fazit 

    Leichtgewicht-Module sind damit ein entscheidender Baustein, um die Energiewende auf allen Gebäudetypen voranzutreiben – von Industriehallen bis zu historischen Gebäuden, von kleinen Gewerbedächern bis zu grossen Produktionsstätten. Sie zeigen, dass technologische Innovationen und sorgfältige Planung neue Möglichkeiten schaffen, selbst unter anspruchsvollsten Bedingungen.